Pressemitteilung vom 5.7.2016

IGTL: Vorläufiges Frackingverbot nutzen für Investitionen in erneuerbare Energien

Mit dem am 24. Juni vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Fracking – Gesetzespaket befasste sich der Sprecherkreis der Interessengemeinschaft gegen Gasbohren im Tecklenburger Land (IGTL) in seiner jüngsten Sitzung. Bedauert wurde, dass sich die Bundesregierung noch nicht zu einem kompletten Frackingverbot habe durchringen können, wie es zum Beispiel seit 2011 in Frankreich gelte. Wenn die Bundesregierung sich deutschlandweit für die Energiewende ausspreche und bei den Klimaverhandlungen international sogar für einen verstärkten Ausstieg aus den fossilen Energieträgern eintrete, sei es unverständlich, dass sie im eigenen Lande den Ausbau der erneuerbaren Energien bremse und konventionelle neue Frackingprojekte ermöglichen wolle.

Positiv ist aus Sicht der IGTL allerdings, dass zumindest das sogenannte „unkonventionelle Fracking nach Schiefergas“, wie es die bisherigen Exxon-Aufsuchungsgenehmigungen im Tecklenburger Land vorsehen, bis zum Jahre 2021 verboten bleibe. Ein Wermutstropfen sei dabei, dass auch beim besonders umweltbelastenden unkonventionellen Fracking bis zu vier Probebohrungen erlaubt bleiben sollen, wenn die jeweilige Landesregierung zustimme. Die IGTL begrüßt, dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine Zustimmung der rotgrünen Landesregierung zu solchen Probebohrungen inzwischen ausgeschlossen hat.

Damit kann das Tecklenburger Land aus der Sicht der IGTL zunächst einmal aufatmen  –  allerdings nur bis zur Landtagswahl im Mai kommenden Jahres. Und auch im Vorfeld der der Bundestagswahl im September wird es darauf ankommen, Kandidaten zu unterstützen, die glaubwürdig gegen Fracking und für eine zügige Energiewende zu den Erneuerbaren hin eintreten. „Die Gefahren sind noch nicht gebannt. Wir haben im Tecklenburger Land durch das neue Frackinggesetz also nur Zeit gewonnen. Diese müssen wir nutzen, auf ein endgültiges Verbot des besonders umweltgefährden-den unkonventionellen Frackings hinzuarbeiten“, so Dr. Eckart John aus dem IGTL-Sprecherkreis.

Im weiteren Verlauf der Beratungen setzten sich die Mitglieder des IGTL-Sprecherkreises für die Schaffung von fairen Marktregeln für sämtliche Energiemarktteilnehmer ein. Es sei unverantwortlich für die gemeinsame Zukunft, wenn die verheerenden Schäden der zunehmenden Klimaveränderungen, Unwetter und Gesundheitsfolgen der Luftverschmutzung durch Verbrennung fossiler Energieträger von der Allgemeinheit oder den Betroffenen selbst zu tragen seien, aber den schadstofffreien Energieträgern Sonne und Wind der Netzzugang verwehrt werde mit der Begründung, die Netze seien schon gefüllt mit „sicherem“ Kohlestrom. Wenn sämtliche Gesundheits- und Umweltkosten des Kohlestroms in den Verbraucherpreisen enthalten seien, sei der regionale Strom aus Sonne und Wind schon heute günstiger als aus Kohle und Fracking.

Die IGTL ruft daher alle Akteure des Tecklenburger Landes auf, in den kommenden Jahren verstärkt in erneuerbare Energien zu investieren. Insbesondere auch die regionalen Stadtwerke seien gefordert, den am Klimaschutz interessierten Bürgerinnen und Bürgern Ökostrom aus heimischen Solar-, Windkraft- und Biomasse-Kraftwerken anzubieten, weil dadurch neben dem Klimaschutz auch regionale Wertschöpfung, Steuer- und Wirtschaftskraft gefördert werde. Wenn dies in Ibbenbüren und Umland ähnlich gelinge wie bereits seit längerem erfolgreich in Saerbeck und Recke, blieben Risikotechnologien wie Fracking auch in Zukunft überflüssig. Dafür werde sich die IGTL gemeinsam mit dem „Bundesweiten Netzwerk gegen Gasbohren“ engagieren.

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